ON BELLS - DRIP

Album Review: Der Künstler On Bells veröffentlicht Anfang November sein Debütalbum "Drip" und präsentiert uns damit einen audio-visuellen Schatz.


Das Cover zu Drip
Das Cover zu Drip (Cover Artwork: Stefan Pani)

On Bells - hinter diesem Künstlernamen steckt Jakob Kolb. Kolb ist ein freischaffender Künstler, der ursprünglich aus der Steiermark kommt. Er entschied sich dann aber dafür nach Barcelona zu gehen, um dort in seinen frühen 20er-Jahren Malerei zu studieren. Mittlerweile ist er Musiker und bildender Künstler und wieder zurück in Österreich. Über die Jahre hinweg hat er nun schon mehrere Songs veröffentlicht und auch die ein oder andere Ausstellung kuratiert.


2018 veröffentlichte Jakob Kolb seinen ersten Song "Sommerhit 2018". Dieser wurde auf YouTube über 15.000 Mal gehört und schaffte es auch in die FM4-Charts. In der Zwischenzeit folgten weitere Lieder und nun Anfang November On Bells heiß ersehntes Debütalbum "Drip". Ein Album geprägt von dreamy Sounds verschiedenster Genres, bei dem Lo-Fi-Soul und Synth-Pop ganz klar dominieren. Gleichzeitig ist aber auch klar: die neue Platte von On Bells lässt sich mit Sicherheit in keine Schublade stecken.

Die Mischung macht's

In seiner Musik vereint Jakob Kolb verschiedenste Elemente und lässt diese bestens miteinander verschmelzen. Dabei treffen poppige Melodien und 80er-Jahre Klänge auf selbstproduzierte Beats und Liedtexte mit den man sich identifizieren kann.


Ein Mix an den schönsten und tollsten Elementen von überall, der, wenn ihn On Bells bearbeitet, gar nicht mehr so gemixt erscheint, sondern ein feines Gesamtbild ergibt. Die Musik von On Bells ist super divers und besitzt einen herrlich einzigartigen Charakter.


Genauso divers wie seine Musik selbst, sind die Spielorte, an denen On Bells schon auftreten durfte. Hier lassen sich die unterschiedlichsten Locations wie Klubs in Barcelona, Hausboote in Budapest oder die Rote Bar in der Wiener Philharmoniker Straße aufzählen. Außerdem spielte On Bells 2019 auf dem Wiener Waves Festival und konnte sich spätestens dort in der heimischen Szene bekannt machen.



Von der Kunst zu hypnotisieren

Das Album spielt an und man wird gleich in eine Trance versetzt. Sofort fühlt man sich wie hypnotisiert und in den Bann dieses Albums gezogen. Dieses ewige vor sich hin schlummern von diversen musikalischen Mustern trägt sicher dazu bei. "Drip" ist ein Album geprägt von abwechselnd starken und schwachen Ostinatomustern, die sich durch das Album hindurchziehen. Man könnte fast behaupten, das gesamte neue Album von On Bells versteht sich mehr oder weniger als ein großes Ostinato. Es ist geprägt von, manchmal stärker, dann wieder schwächer auftretenden aber immer wiederkehrenden und teilweise auch vor sich hin schlummernden Rhythmen.


Das sorgt für ein stimmiges Gesamtbild aber eben auch dafür, dass man sich als Hörer:in schnell davon mitreißen lässt. Gut so. On Bells gelingt es richtig schön, Lieder zu schaffen, in denen man sich super schnell verliert und bei denen man auch richtig gerne mit schlummern möchte. Dieser Vibe hält sich ganz schön für die ersten zwei Lieder, bis dann mit dem dritten Song etwas mehr Schwung reinkommt. Die dritte Nummer auf dem Album "Control" sorgt für eine angenehme Abwechslung ohne dabei zu sehr aus der Reihe zu tanzen.


Der darauffolgende Titeltrack des Albums "Drip" sorgt dann aber wieder für ein vertrautes Gefühl und gibt einem die Möglichkeit sich schnell wieder in einem gewohnt oszillierenden Groove zu verlieren. Das ganze zieht sich dann für die nächsten zwei Minuten so hin und man bekommt fast das Gefühl, dass man sich fallen lassen kann. Fallen lassen in einen ewigen Tunnel aller möglichen Klanglandschaften und plötzlich wird man aus diesem wunderschönen Fall gerissen. Gerade, als es einem als Hörer:in gelingt loszulassen und sich von der Musik führen zu lassen, wird man durch den plötzlichen Tempowechsel, den das Lied unternimmt, aus dieser schönen Trance gerissen und in eine andere Klangwelt entführt.


Dass Jakob Kolb nach all den Jahren in denen er sich bereits kreativ ausgetobt hat, den nötigen Hunger nach dem Ausprobieren neuer Dinge, aber noch immer nicht verloren hat, lässt sich auf dem Debütalbum des Künstlers klar hören. Kolb weiß, was funktioniert und gut klingt, findet in seinen Projekten aber trotzdem immer noch die nötige Experimentierfreude, einen Schritt in das Ungewisse zu wagen und neue Elemente in seine Musik miteinzubringen. "I'm still hungry for more", so heißt es in seinem Lied "Still Hungry". Ein Lied, in dem On Bells klar betont, immer noch hungrig darauf zu sein, Neues auszuprobieren und zu entdecken. Und wenn man das so hört, kann mich sich eigentlich nur auf weitere Projekte von Jakob Kolb freuen.



Goodbye

Für eine besondere Überraschung unter all den Liedern sorgt der letzte Song auf dem Album "Goodbye". Damit zeigt On Bells eine ganz andere Seite von sich und entführt uns ein letztes Mal auf dem Album in eine traumhaft schöne Klangwelt. Im Gegensatz zu den anderen Liedern auf dem Album kommt "Goodbye" alleine mit einer Gitarre, Gesang und lediglich ein paar vereinzelten Synth-Elementen aus. Eine schöne Abwechslung, auch wenn es sich bei dem Song schon um den letzten auf dem Album handelt. Umso schöner, dass sich Kolb diesen Song als Abschlussnummer ausgesucht hat.



Fazit:

Mit seinem Debütalbum ist es On Bells gelungen, einen herrlich diversen Klangraum an allen möglichen Sounds zu schaffen und eine wunderschöne Liste an Liedern zu schreiben, die einen aufgrund ihrer Großartigkeit in eine traumhaft schöne Trance versetzen. Auf "Drip" bietet Jakob Kolb seinen Fans audio-visuell mehr als man sich nur wünschen kann und lässt dabei aber auch noch den nötigen Raum, um Vorfreude auf ein weiteres On Bells Album zu entwickeln!


Gikks Lieblingssong vom Album: Make Me Cry


Der österreichische Musiker On Bells
Foto: Zerche



















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