MANIC YOUTH - FUNLAND

Album Review: Die Wiener Rock-Band Manic Youth veröffentlicht heute ihr neues Album "Funland" und verspricht uns damit eine Flucht in ein Land voller Spaß und ohne Sorgen.


Das Cover zu Funland
Das Cover zu Funland (Cover Artwork: Benedikt Richard)

Manic Youth gründen sich damals aus dem Punk heraus. Mittlerweile sind die Lieder der Band aber auch noch einigen weiteren Genres zuzuordnen. Zwar schlummert der Punkrock in ihnen und ihrer Musik irgendwo immer noch irgendwie mit und die Songs sind auch immer noch echt heavy, dennoch klingt die Musik der Band mittlerweile deutlich reifer und ist dem Genre des Indie-Shoegaze zuzuordnen. Manic Youth haben, wie alle anderen Bands auch, eine musikalische Wandlung hinter sich - hört man aber das neue Album der Band, so hat man den Eindruck sie sind musikalisch dort angekommen wo sie hin wollten und auch hin gehören - es klingt, als hätten sie nun endgültig ihren Sound gefunden. Einen Sound, den sie bestens umsetzen.


Das neue Album "Funland" ist die insgesamt zweite Platte der Rock-Band Manic Youth. Mit ihrem neuesten Werk zeigen sie gekonnt ihr Talent und schnell wird klar: "Funland" ist Manic Youths Opus Magnum. Es ist ganz klar das beste Album der Band bisher. Zur Entstehung des neuen Albums hätten unter anderem diverse Lockdowns, Begegnungen mit morschen Menschen und einige fatal-fragilie Fallen beigetragen, so die Band. Entstanden ist dabei nun "Funland" - ein erstklassiges Rock-Album, das sich von seiner besten Seite zeigt. Auf insgesamt zwölf Liedern stellen die Musiker Dongsu Suh, Max Zamernik, Moritz Rauter und Leon Truschner rund um Manic Youth auf dem neuen Album ihr Talent unter Beweis und lassen einem als Hörer:in wenig zu wünschen übrig.


Die Rock-Band Manic Youth aus Wien
Die Rock-Band Manic Youth aus Wien (Foto: Benedikt Richard)

Dass Manic Youth musikalisch so breit aufgestellt sind, dürfte an ihren eigenen musikalischen Einflüssen liegen. Darunter zählen zum Beispiel Bands und Musiker:innen wie die Smashing Pumpkins, Naked Lunch oder auch Metallica. Das verraten sie in einem Interview von 2019 mit Music Austria. Als die jungen Musiker dann angefangen haben, selbst Musik zu machen, ging es für die Band zunächst ebenfalls mit Punkrock los. Mittlerweile spielen die Musiker aber etwas ruhigerer Töne an, obwohl man ihren Songs die Liebe zum Punkrock immer noch bestens anhören kann. Die Songs der Wiener Band sind einerseits total schwer und gleichzeitig unglaublich fragil und leicht. Eine Kombination, die zunächst vielleicht schwer vorstellbar ist, aber wenn man sich die Lieder von Manic Youth anhört, weiß man sofort was damit gemeint ist. Manic Youth gelingt in ihren Liedern ein perfekter musikalischer Ausklang.



Das Talent gute Lieder zu schreiben

Wenn es einer Band dieses Jahr gelungen ist, Zärtlichkeit und Kraft in einem Album perfekt zu vereinen, dann Manic Youth. Zärtlich und fast schon fragil ziert der Gesang hier die neuen Lieder der Platte. Das Zusammenwirken der ruhigen Vocals und den lauten und verzerrten Gitarren in Kombination mit dem großartigen Schlagzeugspiel und einem tollen Bass, gibt ein schönes Zusammenspiel aller Instrumente, dass das Album insgesamt schön abrundet und für eine gelungene Gesamtstimmung sorgt.


Die Lieder auf dem neuen Album der Band haben das was sie brauchen und nicht mehr. Und genau das ist das Erfolgsrezept der neuen Platte. Manic Youth ist es gelungen Lieder zu schreiben, die auf ihr volles Potential ausgenutzt wurden und dabei völlig damit zurechtkommen und brillieren, ohne unnötigem Schnickschnack.


Damit beweisen sie, dass eine gekonnte Wahl von Instrumenten und die Richtige Balance zwischen Gesang und Musik genug sein können, um tolle Songs mit Wiedererkennungswert zu schreiben.


Die Rock-Band Manic Youth aus Wien
Foto: Benedikt Richard

Mit den Gedanken im Funland

In ihren Liedern besingt die Band Themen der Liebe, Fehler, Chaos, Wut, Heiterkeit, Sehnsucht und Sorgen. Ihr neuestes Album kann als Konzeptalbum verstanden werden, insofern es sich um ein, von der Band eigens kreiertes imaginäres Land, rundherum bewegt. Für ihr neues Album rufen Manic Youth wortwörtlich ein neues Land in die Welt: das Funland. Dabei stelle das Funland "ein Land mit dem Versuch die tragische Wucht einer irdischen Existenz zu beschreiben", dar.


Ein Land des Spaßes also. Das klingt verführerisch. Vor allem in Zeiten wie diesen, in denen wir uns gerade von Lockdown zu Lockdown schleppen, klingt es besonders reizvoll in dieses mysteriöse und doch wundervoll beschriebene "Funland" zu flüchten. In ein Land, dass die Band selbst so beschreibt:


"Ein grenzenloses Land für alle. Ein Platz für frische und verglühte Herzen. Ein Ort für die große Pause im Kopf. Das gemeinsame Wiedersehen im Funland blüht in majestätischer Schwäche. Ein Album für alle. Ein Verlust für viele"

Ein Album, dass, vor allem in schwierigen Zeiten wie diesen, den nötigen Eskapismus, den wir alle momentan so dringend benötigen, mit sich bringt. Ein Album, dass uns an der Hand nimmt, uns in eine wunderschöne imaginäre Welt ohne Sorgen entführt und es schafft, auch wenn nur für die Spieldauer dieses Albums, uns all unsere Ängste und Sorgen zu nehmen und uns ein gutes Gefühl zu geben. Einfach nur wunderschön.


„Hold me my friend, we are going to Funland“



Fazit:

In diesem Jahr gab es echt nicht viele gute Rock-Alben, die mich so richtig von den Socken gehauen haben, aber "Funland" von Manic Youth ist definitiv eines davon! Das neue Album der Wiener Band brilliert in seinem besten Glanz, ist ein wahrer Juwel seiner Gattung und mit Sicherheit das beste Album der Band bisher. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Gikks Lieblingssong vom Album: Cosmic Griever


Die Wiener Band Manic Youth
Foto: Benedikt Richard










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