JUNGER - KEIN LAND IN SICHT

Album Review: Für die Österreichische Rock-Band Junger beginnt das Jahr bereits ganz groß. Vergangenen Freitag veröffentlichen sie ihr Debütalbum "Kein Land in Sicht" und dürften damit in ein starkes und vielversprechendes Jahr 2022 für die Band starten.



Was zunächst mit dem Soloprojekt "Hans-Peter Junger und die Jünger" des Musikers Hans-Peter Junger begann, entwickelte sich ganz schnell zu der vierköpfigen Band Junger. Zu viert arbeiteten sie dann in den vergangenen Jahren an ihrem Debütalbum. Dies entstand in dem, wie die Band ihren Proberaum selbst liebevoll bezeichnet, "Walfischbauch". Ein Ort, an dem sie ganz sie selbst sein können, ganz ohne störende Einflüsse von außen. Sänger und Frontmann der Band Hans-Peter Junger ergänzt dazu weiters: „Dort kann man, wie Jonas in der biblischen Geschichte man selbst sein und sich ganz auf sich konzentrieren. Alles was wir irgendwo aufgesaugt haben, bekommt da drinnen seine Form. Und am Ende wirst du dort wieder ausgespuckt, wo du hingehörst."


Mit vergangenem Freitag fand nun das erste Album der Band "Kein Land in Sicht" seinen Weg hinaus in die große weite Welt. Es ist das Erstlingswerk der Band, an dem sie in der Vergangenheit intensiv gearbeitet haben und das eben genau in diesem "Walfischbauch" entstanden ist. Kurz vor der Veröffentlichung von "Kein Land in Sicht" gab es für die Hörer:innen mit ihrer Single "Lass uns einfach existieren" noch einen letzten Vorgeschmack. Nun veröffentlichten Junger letzten Freitag (VÖ: 21.01.2022) das komplette Album.



Das Album startet mit dem rockig-fetzigen Titeltrack des Albums "Kein Land in Sicht". Eine Rocknummer, wie man sie unter Junger-Fans bereits gewohnt sein dürfte. Aber auch denjenigen, die sich zum ersten Mal der Musik der Band hingeben, wird bereits mit dem ersten Song ein klares und gutes Bild geboten, auf was man sich auf dem restlichen Album freuen darf. "Kein Land in Sicht" ist eine gut gewählte Startnummer für das Album, um seinen Hörer:innen einen passenden Vorgeschmack zu geben, was sie in weiterer Folge auf dem Album erwarten dürfte. Bereits der Opener des Albums macht also schon neugierig und vor allem aber Bock weiterzuhören - ein gutes Omen.


Während sich der erste Song des Albums als solide und klassische Rocknummer erweist, zeigen Junger mit Songs wie dem letzten Song auf dem Album "Nicht von dieser Welt" nochmals eine weitere Seite von sich und sorgen damit für eine angenehme Abwechslung. Denn der Song überrascht und überzeugt durch ein jazziges Klaviersolo am Ende des Stücks. Ein Element, das man sich zu Beginn des Songs noch gar nicht erwartet, wenn es dann aber einsetzt, den Song perfekt ergänzt und für eine angenehme Abwechslung sorgt. Eine freudige Überraschung, die auf jeden Fall für die musikalische Vielfältigkeit der vierköpfigen Band spricht.



Allgemein lassen sich Junger vorwiegend dem Alternative-Rock zuordnen. Das Debütalbum der Band "Kein Land in Sicht" ist auch weitestgehend von coolen und lauten Gitarrenriffs, noch schwereren und fetzigen Drumbeats und der rockig-rauchigen Stimme des Hans-Peter Jungers geprägt. Dennoch scheuen sich die vier Musiker aber keinesfalls vor anderen musikalischen Elementen. So finden sich auf den insgesamt elf Liedern des Debütalbums der Band auch immer wieder musikalische Elemente aus anderen rock-geprägten Genres, wie etwa die Mundharmonika, funkige Gitarrenriffs oder balladenartige Klaviermelodien, die einen schnell feststellen lassen, dass die alleinige Beschreibung der Band als Alternative-Rock nicht reicht.



Apropos Mundharmonika. Der von dem Instrument geprägte Song "Unendlich fern" gibt einem, ganz im Gegenteil zu dessen Titel, das Gefühl, der Band ganz nahe zu sein. Die Liedtexte auf dem Album der Band schaffen es, für eine ganz besondere Verbindung von der Band zu den Hörer:innen zu kreieren, vor allem aber tun sie eines: Sie dürften für die meisten Hörer:innen alltagsnah sein und, für sie bekannte, Situationen und Themen behandeln, was wiederum für das nötige und wichtige Potential zur Identifikation mit dem Album beiträgt. Das macht das Erstlingswerk der vier Musiker auch so besonders. Sie behandeln in ihren Liedern Themen, mit denen sich die meisten von uns identifizieren können und singen nicht über unantastbare Themen. Das sorgt für die nötige greifbare Nähe zur Band, was wiederum für ein schnell erreichtes Wohlfühlgefühl beim Hören der Musik von Junger sorgt. Gute Vorraussetzungen, um ein Album lieben zu lernen.


Ebenfalls besonders am Debütalbum der Österreichischen Rock-Band ist, dass sich auf diesem super viele tolle und vor allem eingängige Rock-Hymnen befinden. Rock-Hymnen, die hängen bleiben und nicht mehr so schnell aus dem Ohr verschwinden wollen. Rock-Hymen zu denen man gerne laut dazu singen möchte und das immer und immer wieder.




Fazit: Junger ist mit ihrem Debütalbum "Kein Land in Sicht" * wirklich ein großartiges Werk an Musik gelungen. Das Erstlingswerk der vier Musiker beweist sich als ein erstklassiges Rockalbum mit allem was ein solches benötigt. Laute Gitarrenriffs und Drumbeats, rockig-fetzige Vocals aber vor allem liefert es den nötigen Drive, den ein Rockalbum so dringend braucht. Es ist kraftvoll und energiegeladen und gleichzeitig liefert es auch noch die nötige Portion an Emotionen und Gefühlen. "Kein Land in Sicht" holt einen ab, fasziniert und reißt in seinen Bann und lässt einen dann auch so schnell nicht mehr los.




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